Wie Tabak amerikanische Geschichte beeinflusste

Der 1585 von der englischen Königin Elisabeth I. zum Ritter geschlagene Sir Walter Raleigh hat stark dazu beigetragen, das Rauchen in Europa hoffähig und damit den Tabak zu einem begehrten Gut zu machen. Obwohl ihm selbst eine Expedition nach Amerika von Seiten Elisabeths untersagt wurde, verfolgte er jedoch intensiv Pläne zur Gründung von Überseekolonien und finanzierte diese. Er gab dem besiedelten Küstenstreifen den Namen „Virginia“. Die erste im heutigen Bundesstaat North Carolina gelegene Kolonie wurde jedoch bald wieder aufgegeben.

Als Jamestown in Virginia am 14. Mai 1607 gegründet wurde, hofften die Siedler im Landesinneren eine Möglichkeit zu entdecken, nach China und Japan zu gelangen. Um Angriffen durch die spanische Flotte zu entgehen, wurde das Siedlungsgebiet vom Meer entfernt gewählt. Das führte zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Powhatan, deren Häuptling Wahunsonacock von anderen Stämmen gewarnt worden war, dass die Siedler seinem Volk das Land wegnehmen würden.

Am Ende des Winters 1610 waren durch Krieg, Hungersnot und Krankheiten nur noch 60 von 214 Männern am Leben. Am 21. Mai 1610 trafen zwei Schiffe aus England ein. Unter den Siedlern auch der ostenglische Landwirt John Rolfe.

Tabakanbau als wirtschaftliche Grundlage

John Rolfe entdeckte, dass Tabak in Virginia wild wuchs. Der wilde Tabak war jedoch stark und bitter und damit für die englische Gesellschaft nicht zum Rauchen geeignet. John Rolfe veranlasste den Import und die Pflanzung von Tabak-Sorten von den Antillen. Binnen zwei Jahren hatte er eine Tabak-Sorte etabliert, die den Wünschen der anspruchsvolleren Raucher in England entsprach und für den Anbaustandort besonders geeignet war.

Tabak-Anbau und Export war die wirtschaftliche Grundlage für die erste dauerhafte Kolonie der Engländer in Amerika gelegt, die nach dem König James I. von England benannt worden war.

John Rolfe heiratete 1614 die Häuptlingstochter Pocahontas um die Beziehungen mit den Indianern zu festigen. Diese wurde die einzige vom britischen Königshaus anerkannte "Indianerprinzessin".