Der Warnhinweis Rauchen macht schnell abhängig fasst dies zwar in einem kurzen prägnanten Satz zusammen, aber was Abhängigkeit bedeutet, ist den wenigsten klar.
Oft genug sagt ein Nichtraucher zu einem Raucher, dass er das Rauchen doch einfach lassen kann, wenn er es nur will. Die Weltgesundheitsbehörde WHO fordert hingegen, einem unter einem Abhängigkeitssyndrom – dem derzeit korrekten Wort für Sucht – leidenden Menschen weder Willens- noch Charakterschwäche zu unterstellen.
Rauchen macht kurzfristig wacher und leistungsfähiger, da Nikotin an den Acetylcholin-Rezeptoren im Gehirn andocken kann und so aktivierend auf die Nervenzellen wirkt. Nikotin überwindet die Blut-Hirn-Schranke und ist im Gehirn bereits nach sieben Sekunden nachweisbar. Dort löst es Wohlbefinden aus, da es dem dafür zuständigen körpereigenem Botenstoff ähnlich genug ist, um sich an den für diesen vorgesehenen Stellen festzusetzen. Der körpereigene Botenstoff wird im Zusammenhang mit Aktivitäten des Menschen ausgeschüttet, die dem Überleben förderlich sind.
Nikotin suggeriert dem Gehirn, für das Überleben förderlich zu sein.
Da das Gehirn Nikotin als positiv interpretiert, wird das Rauchen schnell automatisiert und die Handlung eine Zigarette zu nehmen und anzuzünden läuft unbewusst ab. Bereits der Anblick von Zigaretten oder rauchenden Menschen löst beim Raucher das automatisierte Verhalten aus. Er ist sich nicht bewusst, wieder zur Zigarette gegriffen zu haben.
Das fehlinformierte Gehirn verlangt immer wieder nach dem vermeintlich förderlichen Nikotin, so dass es immer schwerer wird, mit dem Rauchen aufzuhören – der Raucher wird Nikotinsüchtig.
Hinzu kommt, dass die Menge der Rezeptoren, die auf das Nikotin reagieren mit der Zeit zunimmt, so dass eine höhere Dosis Nikotin erforderlich ist, um das gewohnte Wohlbehagen auszulösen.
Rauchen verändert also tatsächlich das Gehirn. Diese Veränderung ist keine schlechte Angewohnheit oder ein lästiges Laster das einfach abzustellen wäre, sondern ein chronisches Leiden das der Behandlung bedarf.
Wenn Sie mit dem Rauchen aufhören wollen und sich dabei unterstützen lassen möchten, fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach.
Viele Kassen bezuschussen z.B. Nichtraucherseminare.
Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gibt unter der
Telefon-Nummer.: 01805-313131
gern Auskunft. Diesen Hinweis finden Sie mitunter auch als Aufdruck auf Ihrer Zigarettenschachtel. Wenn Sie eine solche mal wieder in Händen halten, nehmen Sie es doch zum Anlass, einfach dort mal anzurufen.
Ich würde mich freuen, wenn auch Sie den Weg in eine rauchfreie Zukunft schaffen. Lassen Sie sich helfen!